Reparatur, Aus- und Einbau der Vakuumpumpe

Unsere Ro 80 verfügen über ein aufwendiges Unterdruck- Vakuumsystem, welches zwei Komfortfunktionen in unserem Oldtimern unterstützen. Diese Funktionen sind zum einen die Servobremse und zum weiteren die Betätigung des Kupplungsausrückhebels zum Auskuppeln der Trockenkupplung bei Schaltvorgängen am Getriebe. Eine wesentliche Komponente dieses Systems ist die Vakuumpumpe. (siehe erstes Bild, saubere Pumpe mit 2 blanken Schlauchanschlüssen) Sie wird über eine Pleuelstange aus dem Motor angetrieben und erzeugt Unterdruck für das System, indem eine große Membran hin- und herbewegt wird und somit die Luft aus dem Vakuumsystem herauspumpt. Unterstützend wirkt hierbei der Unterdruck aus dem an das Vakuumsystem angeschlossene Ansaugrohr. Lässt die Pumpenleistung einmal nach, kommt es oftmals zu sehr beschwerlichen Schaltvorgängen und zum Nachlassen der Servobremse. Das Nachlassen der Pumpenleistung ist meistens auf eine undichte Membran in der Vakuumpumpe zurückzuführen. Ein sehr unangenehmer Nebeneffekt einer undichten Membran ist das Eindringen von Motoröl durch die undichte Membran ins Saugrohr. Das Motorenöl wird dann im Brennraum verbrannt und erzeugt eine unübersehbare blaue Rauchwolke am Auspuffende. Ein sicheres Indiz für eine undichte Membran ist Öl in der Ventilkammer der Vakuumpumpe. (siehe zweites Bild) Der Einblick in die Ventilkammer erfolgt über das Entfernen des kleinen oberen Blechdeckels.
Um eine undichte Membran in der Vakuumpumpe zu ersetzen, kann man entweder die komplette Pumpe aufwendig aus- und einbauen, um sie bequem im Schraubstock zu zerlegen und zusammenzubauen oder man zerlegt die Pumpe im eingebauten Zustand und erspart sich das aufwendige Aus- und Einhängen der Membranschubstange in das vom Motor angetriebene Pleuel.
Im eingebauten Zustand besteht eine Schwierigkeit darin, dass die neue Membran sich beim Befestigen an der Membranschubstange nicht verdrehen darf, sondern die 8 Löcher außen an der Membran sehr genau mit den Gewindebohrungen im Pumpenunterteil fluchten, so dass die Membran absolut knitterfrei bleibt beim Verschrauben der Pumpenhälften.
Im hier beschriebenen Fall musste die Pumpe vollständig aus- und eingebaut werden, weil eine der 8 M5 Schrauben, welche Unter- und Oberteil der Pumpe verbinden, völlig marode war und abriss.
Nachdem die obere Pumpenhälfte trotz einer maroden M5 Schraube entfernt war, schraubte ich die M6 Inbusschraube, welche die Membran mit der  Membranschubstange verbindet, heraus und entfernte die Membran, so dass sich das Pumpenunterteil nach Herausschrauben der zwei M8 Befestigungsschrauben auch vom Motor entfernen ließ. Die Membranschubstange bleibt hierbei im Antriebspleuel des Motors hängen und kann schließlich einfach ausgehängt und entfernt werden. Das Antriebspleuel schaut dabei immer sehr weit aus dem Motor heraus, so dass hierbei nichts in das Motorinnere fällt.
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